
Der Hohe Schneeberg wacht majestätisch über dem im Morgennebel aufwachenden Elbtal.
Den Kammwanderer belohnt ein herrliches Panorama aus 786m Seehöhe, nur gegen Süden hin verdeckt uns der Erzgebirgskamm mit dem Zinnwald-Berg, das Tote Kindl (880m), die Aussicht in den Teplitzer Talkessel und zum böhmischen Mittelgebirge hinüber, trotzdem bietet auch die "Anwand" einen imposanten Eindruck. Ein Rundumblick vom Wettinturm zeigt uns zunächst die Berge unserer engeren Heimat auf ihrer Hochebene, den Kahleberg als höchste Erhebung zumindest auf deutscher Seite, den markanten Geisingberg; Schönwalder Spitzberg (Sattelberg), den Mückenberg mit dem berühmten Mückentürm´l und den Vorderzinnwalder Kahler Berg im Böhmischen. Ferner nördlich hinaus die sächsische Landeshauptstadt Dresden, von da aus nach Osten hin Blick ins reiche Elbtal mit den Felsgipfeln von Lilienstein, Pfaffenstein mit Barbarine, Papststein und Zschirnstein; weiter am Ende des Erzgebirgskammes die Böhmische Schweiz mit den Tyssaer Wänden vor dem mächtigen Felsplateau des Hohen Schneeberges; bei gutem Wetter weiter hinaus Tannenberg, Lausche und Hochwald im Lausitzer Bergland bis zum Isergebirge. An solchen Tagen lugt dann auch der Gipfel des 1010m hohen Jeschken von Reichenberg her über den Erzgebirgskamm.

Fernsicht über die Böhmische Schweiz, die Lausitzer Bergwelt bis ins Isergebirge, Dezember 1998
Manch einer vermeint dann auch bei einem solchen Kaiserwetter das sagenhafte Reich des Berggeistes Rübezahl mit den Wolken hinter dem Jeschken auszumachen, das Riesengebirge mit der Schneekoppe,1605m... und so webt der Rübezahl mit seinen Zwergen auch bei uns hier oben im Erzgebirge heut noch seine Sagen, wie es in dem schönen Volksliede heißt und beschäftigt die Gemüter. Es ist zu glauben bei 200km Fernsicht, jedoch ein seltenes Glück, das selbst uns, die wir täglich seit Jahren Ausschau halten, bisher nur sehr selten vergönnt war.